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Trainingscamp Äthiopien - ein Erfahrungsbericht

von Fabian Clarkson

Fabian Clarkson begab sich mit dem SCC EVENTS PRO TEAM auf eine Gratwanderung. In Äthiopien suchte der Athlet nach dem Unterschied zwischen „müde“ und „zu müde“, um so von Afrika nach Japan zu kommen. Warum er dabei zum Bahngeher avancierte und was Sebastian Coe damit zu tun hat, liest sich hier.

Das SCC EVENTS PRO TEAM im Höhentrainingslager in Äthiopien.

Höhentrainingsager in Äthiopien

Die äthiopische Hochebene ist das Zuhause von zahlreichen Läuferinnen und Läufern, die zu den Besten der Welt gehören. Männer und Frauen, deren Bewegungsabläufe bei Höchstgeschwindigkeiten so geschmeidig und mühelos aussehen, dass man das Laufen bei ihnen als bevorzugte natürliche Bewegungsform bedingungslos akzeptiert. Wie an einer Gummischnur gezogen gleiten sie mit raumgreifenden Schritten voran, ihre Hacken fliegen während der Stützphasen auf Höhe des Gesäßes, dabei bleibt ihr Oberkörper stabil und verzeichnet kaum vertikale Bewegungen.

Laufen auf 2.700 Metern Höhe - eine Herausforderung für Körper und Geist

Ich bin nicht als Laufästhet bekannt. Die Höhe bei uns im Trainingscamp unterstreicht das mit einem Kniehub von gefühlt wenigen Millimetern. Auf 2.700 Metern in Äthiopien degeneriert mein Laufschritt zu einem Schlurfen, bei dem es möglich ist, dass die technischen Anforderungen fürs Bahngehen erfüllt werden. Bei Gegenwind fallen meine Schultern nach vorne und mein Kopf senkt sich; mein ausgeprägtes nach vorne Lehnen wird zu einem Vornüberbeugen. Bei jedem Anstieg denke ich, das fühlt sich an wie auf einem Berg in einem Crosswettkampf, mit den Armen eine hohe Frequenz vorgeben, damit die Beine keine andere Wahl, haben als mitzumachen. 

Laufen am körperlichen und mentalen Limit

Doch genau deshalb sind wir nach Äthiopien gereist: Wir setzen uns widrigen Trainingsbedingungen aus, damit sich unsere Körper anpassen. Das Prinzip ist für uns nicht neu. Schon seit Jahren laufe ich überwiegend im Gelände, mache hunderte Kilometer pro Woche und gehe ermüdet in intensive Einheiten, alles nur damit mir am Ende eine handvoll Stadionrunden bei Windstille und Sonnenschein leichter fallen. Das kennt jeder Ausdauersportler. Sebastian Coe soll einmal gesagt haben, er fühle sich elf Monate im Jahr müde, um dann einen Monat lang siegen zu können. 

Laufen am Limit im Höhentrainingslager im Äthiopien für das SCC EVENTS PRO TEAM.

Der schmale Grat zwischen "müde" und "zu müde" im Trainingslager

Die Warnsignale des eigenen Körpers über eine lange Zeit zu ignorieren, ist gefährlich und es bedarf viel Erfahrung, den kleinen aber feinen Unterschied zwischen „müde“ und „zu müde“ zu erkennen. Das Risiko, in der Höhe zu hart zu trainieren und in einen Ermüdungszustand zu kommen, von dem man sich nicht rechtzeitig erholt, ist groß. Genau dieses Risiko gehen wir ein, denn wir erhoffen uns, den Balanceakt auf 2.700 Meter zu meistern und in der Form unseres Lebens nach Deutschland zurückzukehren. 

Nach dem Tempotraining im Höhentrainingslager im Äthiopien für das SCC EVENTS PRO TEAM.

Über Äthiopien nach Japan - der große Traum Olympische Spiele

Die Form meines Lebens brauche ich, weil ich davon träume bei den Olympischen Spielen zu laufen. Damit ich eine Chance für Tokio bekomme, muss ich Bestzeit laufen, drei Mal in einer Saison. Deshalb schleppe ich mich beim Intervalltraining in Dauerlaufgeschwindigkeit um die krumme Aschenbahn und hoffe, dass mein Körper auf die Höhe reagiert und mehr rote Blutkörper bildet, die mich schneller machen als je zuvor.

Verfrühte Abreise aufgrund der Corona-Krise

Wir haben leider nicht herausfinden können, ob wir die Gratwanderung erfolgreich gemeistert hätten, denn die Corona-Krise und die damit einhergehenden Reisebeschränkungen zwangen uns zum Abbruch unseres Aufenthalts, bevor der Körper genügend Zeit für eine Anpassung bekam. Die kurz nach unserer Rückkehr bekanntgegebene Verschiebung der Spiele bedeutet, dass wir kommendes Jahr noch einmal die Chance erhalten, unseren Körpern so viel zuzumuten, wie es geht, ohne ihn zu überfordern.

Wir werden uns auch nächstes Jahr ein Trainingsumfeld suchen, das herausfordert und uns an die Grenzen treibt, denn nur wenn man trainiert wie nie zuvor, kann man mehr leisten als je zuvor.

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AUF DEM LAUFENDEN

 

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